Die Sakristei wurde abgebrochen, deren Baumaterial zum Erhöhen des Turmes verwendet. Er wird 6m höher, dazu kommt der 24 m hohe rote Helm.
Der Bericht zum Zustand der Kirche lässt keine Zweifel aufkommen: «…so alt und abgegangen, dass keine im Thurgew und auch villeicht an anderen ohrten dergleichen war … der tachstuhl gefährlich und bawfellig, das dach gar schlecht, die dekhe durch modret der boden faul und die Stühl sehr schlecht, die kirch so nider und dunkhel, dass man auff der borkirchen die dekhe gar leicht mit den händen anrühren kan, alwo nicht mehr alss 3 gar kleine fensterlj sind, so dass man fast nicht sehen kan die schrifft zu lessen». «Niemahlen», so zwei Zimmerleute in ihrer Expertise, hätten sie «eine so dunkhle und schlechte kirchen gesehen» wie in Tägerwilen.
Darum wird auch das Schiff um 1.8 m erhöht, die Empore erneuert, die Bestuhlung ersetzt und ein komplett neuer Dachstuhl erstellt.
Zudem wird – der Symmetrie wegen? – die Südtüre ausgebrochen.

Hier ist die Kirche dargestellt, wie sie vor der Renovation ausgesehen haben könnte.
Der dunkle Schatten östlich des Turmes könnte die Sakristei andeuten, die 1761 abgebrochen wurde, um das Baumaterial zur Erhöhung des Turmes zu verwenden.
Die Zeichnung erweckt den Eindruck, dass der Turm lediglich bis zur Mitte des Kirchenschiffes gereicht hätte. Das ist mit Sicherheit falsch.
Im Frühling 1761 begannen die Abbrucharbeiten. Grosse Teile der Kirchennordwand waren dermassen «faull», dass sie «ohne grosse handtarbeith bis auff dass fundament» zusammenfielen. Dabei «gewahret der baumeister, dass auch die nechst an disser maur stehent und vor einigen hundert jahren an den kirchen thurn in 20 schue hoch und lang, 14 schue breith angehenckhte sacristey wegen fäulle und älte von dem thurn und maur gewichen und hin und her grosse spelt und senckhunge habe», sodass sie, wenn sie nicht untersperrt worden wäre, bereits jetzt vollkommen «überhauffen gefallen wäre». Unter dem Vorbehalt, dass die Kirche so eingerichtet werde, dass «wann über kurz oder lang das cathol. religions exercitium ..] wiederumb eingeführt werden sollte, [.. .] wiederumb eine sacristey auferbawt werden könnte», bewilligte der Bischof den Abbruch und erlaubte, die Steine an den Turm und die Kirchenmauer zu verwenden.
So sah die Tägerwiler Kirche nach Abschluss der Renovation aus:


Die interessierte Leserschaft wird bemerken, dass sowohl Grundriss als auch Längsschnitt den Zustand aus dem Jahr 2002 zeigen.
Allerdings ist die äussere Erscheinung jene, die der Kirche 1761/62 gegeben wurde.