1761/62 ¦ umfassende Kirchenrenovation

Die Sakris­tei wur­de abge­bro­chen, deren Bau­ma­te­ri­al zum Erhö­hen des Tur­mes ver­wen­det. Er wird 6m höher, dazu kommt der 24 m hohe rote Helm.
Der Bericht zum Zustand der Kir­che lässt kei­ne Zwei­fel auf­kom­men: «…so alt und abge­gan­gen, dass kei­ne im Thur­gew und auch vil­leicht an ande­ren ohr­ten der­glei­chen war … der tach­stuhl gefähr­lich und baw­fel­lig, das dach gar schlecht, die dek­he durch mod­ret der boden faul und die Stühl sehr schlecht, die kirch so nider und dunk­hel, dass man auff der bor­kir­chen die dek­he gar leicht mit den hän­den anrüh­ren kan, alwo nicht mehr alss 3 gar klei­ne fens­terlj sind, so dass man fast nicht sehen kan die schrifft zu les­sen». «Nie­mah­len», so zwei Zim­mer­leu­te in ihrer Exper­ti­se, hät­ten sie «eine so dunkhle und schlech­te kir­chen gese­hen» wie in Täger­wi­len.
Dar­um wird auch das Schiff um 1.8 m erhöht, die Empo­re erneu­ert, die Bestuh­lung ersetzt und ein kom­plett neu­er Dach­stuhl erstellt.
Zudem wird – der Sym­me­trie wegen? – die Süd­tü­re ausgebrochen.

Hier ist die Kir­che dar­ge­stellt, wie sie vor der Reno­va­ti­on aus­ge­se­hen haben könn­te.
Der dunk­le Schat­ten öst­lich des Tur­mes könn­te die Sakris­tei andeu­ten, die 1761 abge­bro­chen wur­de, um das Bau­ma­te­ri­al zur Erhö­hung des Tur­mes zu verwenden.

Die Zeich­nung erweckt den Ein­druck, dass der Turm ledig­lich bis zur Mit­te des Kir­chen­schif­fes gereicht hät­te. Das ist mit Sicher­heit falsch.

Im Früh­ling 1761 began­nen die Abbruch­ar­bei­ten. Gros­se Tei­le der Kir­chen­nord­wand waren der­mas­sen «faull», dass sie «ohne gros­se hand­t­ar­beith bis auff dass fun­da­ment» zusam­men­fie­len. Dabei «gewah­ret der bau­meis­ter, dass auch die nechst an dis­ser maur ste­hent und vor eini­gen hun­dert jah­ren an den kir­chen thurn in 20 schue hoch und lang, 14 schue breith ange­henckhte sacris­tey wegen fäul­le und älte von dem thurn und maur gewi­chen und hin und her gros­se spelt und senck­hun­ge habe», sodass sie, wenn sie nicht unter­sperrt wor­den wäre, bereits jetzt voll­kom­men «über­hauf­fen gefal­len wäre». Unter dem Vor­be­halt, dass die Kir­che so ein­ge­rich­tet wer­de, dass «wann über kurz oder lang das cathol. reli­gi­ons exer­ci­ti­um ..] wie­der­umb ein­ge­führt wer­den soll­te, [.. .] wie­der­umb eine sacris­tey auf­er­bawt wer­den könn­te», bewil­lig­te der Bischof den Abbruch und erlaub­te, die Stei­ne an den Turm und die Kir­chen­mau­er zu verwenden.

So sah die Täger­wi­ler Kir­che nach Abschluss der Reno­va­ti­on aus:

Grund­riss
Längs­schnitt

Die inter­es­sier­te Leser­schaft wird bemer­ken, dass sowohl Grund­riss als auch Längs­schnitt den Zustand aus dem Jahr 2002 zei­gen.
Aller­dings ist die äus­se­re Erschei­nung jene, die der Kir­che 1761/62 gege­ben wurde.

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