Am Samstag, 30. August 2025, feierte der Verein Alte Säge sein 40-jähriges Jubiläum.
Zu diesem Anlass wurde der Historische Verein am Seerhein eingeladen, eine Führung zum Thema “Wasserkraft in Tägerwilen”
vorzubereiten.
Das Fest war grossartig, die Führung ist ebenfalls gut angekommen.
Im Folgenden zeigen wir das Handout, das die Teilnehmenden nach der Führung mitnehmen konnten.
In Tägerwilen erzeugten einst 14 Wasserräder die Energie, um Mühlen, Sägen und andere Handwerksbetriebe mit der nötigen Antriebskraft zu versorgen.
Heute ist das Wasserrad der Alten Säge noch der letzte Zeitzeuge dieser Antriebstechnik.
Wasserkraftwerke am Allmendbach
Obere Säge
Auf der Sulzberger-Karte von 1834 als Lohstampfe eingetragen.
Aktuelles Gebäude um 1850 erbaut, aber Vorgängerbauten.
Als Säge offenbar wenig rentabel: zu wenig Energie (kleiner Weiher), so dass der Name Programm war: Wolkenbruchsäge, erst bei Gewitter war genügend Wasser vorhanden.
Tolle Geschichte, aber vermutlich nicht ganz der Wahrheit entsprechend, soll doch der Weiher um die 100 m lang gewesen sein.
Alte Säge
Das Wasserrad, der im frühen 19. Jahrhundert erbauten Säge mit einstelzigem Gatterantrieb, wurde 1907, nach der Einführung der elektrischen Energie, durch einen Elektromotor ersetzt.
Ca. 1930 wurde die Säge stillgelegt.
1985 wurde ein Verein zur Rettung der Alten Säge gegründet und 1989 konnte die renovierte Alte Säge mit neuem Wasserrad als Industriedenkmal eingeweiht werden.
Obere Mühle
Erste urkundliche Erwähnung: 1532. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde das Wasserrad abgebrochen und der Weiher eingedeckt (auf der Landeskarte aber erst 1957 nachgeführt?)
Seit 1984 im Besitz der Bürgergemeinde. 1985/86 fachkundige Innen- und Aussenrenovation mit nun drei schönen Wohnungen.
Schmidsmühle
1645 als Lehen vom Kloster Petershausen erwähnt. Um 1885 Mühlbetrieb eingestellt. Beherbergte bis zum Zweiten Weltkrieg auch einen Steinhauerbetrieb. 1946 an die Gemeinde verkauft: Kanzlei und Polizeiposten. 1967 abgerissen. Geblieben sind zwei originale Mühlsteine vor dem Eingang zum Gemeindehaus.
Wasserkraftwerke am Castlerbach
mechanische Werkstätte
1891 im Verzeichnis der thurg. Wasserkraftanlagen aufgeführt. Die massive Fensterlaibung bachseitig, zeigt an, dass dort die Welle durchgeführt worden sein könnte. Hier baute Joh. Hälg ein Dampfauto nach Plänen von Leeger, das am 10. November 1886 seine erfolgreiche Jungfernfahrt bis zum Rebstock Kreuzlingen erlebte.
Wasserkraftwerke am Dorfbach
Walchemühle / Hammerschmiede
1491 als Walchemühle erwähnt
(walken = kontrolliertes Filzen).
1779 in eine Hammerschmiede umgebaut. Familie Woydt war damit sehr erfolgreich. 1895 erster Telephonanschluss im Dorf. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde der Betrieb eingestellt, 1937 Weiher eingedeckt.
Bis 2005 Kühlräume für Biotta.
2008 abgerissen.
Lohstampfe
Wohnhaus und Werkstatt um 1660 erbaut. Wasserrad bis 1922 voll im Betrieb, bis 1938 zeitweise, dann wurde auch der Weiher eingedeckt. Feilenhauerei, Maschinenbaubetrieb, Waschmaschinen. Das Wasserrad aus dem Jahr 1907 wurde durch den Sägi-Verein gerettet und bei der der Alten Säge aufgestellt.